Minen Amatlan

Zum Auslaufen haben wir gestern in Amatlan eine Tour zu den stillgelegten Minen gemacht.
Nach nur fünf Jahren  Betrieb wurden die Gold- und Silberminen 1998 geschlossen und es wurde alles stehen- und liegengelassen. Sieht aus wie eine Filmkulisse. Strom an und der Betrieb könnte weitergehen. Aber der Aufwand für ein paar Gramm Gold oder Silber war nicht rentabel. Wir haben etwas Steine geklopft, aber wir dürfen ja nichts aus Mexiko ausführen und haben unsere Ausbeute dort gelassen.
Sitzen jetzt am Flughafen in Oaxaca und fliegen über Mexiko Stadt nach Merida. Jetzt kommt der Erholungsteil des Urlaubs.

Amatlan

Mit Amatlan haben wir das letzte Ziel der Pueblos Mancomunados ereicht. 95 km bergab und bergauf liegen hinter uns. Von 3200 m Höhe im ersten Dorf auf 2000 m jetzt in Amatlan. Die Wanderung heute war mit veranschlagten 5-6 Stunden für die 16 km die längste Etappe. Zum Glück schien den ganzen Tag die Sonne, mit dem Nebel von neulich hätten wir heute was verpasst. Die riesigen Bäume, von denen das Moos wie Lametta von den Bäumen hängt und vom Wind bewegt wird. Toll. Die meiste Zeit führte uns der Pfad an einem Fluss entlang und am Ende ging es dann vier Kilometer bergauf.
Die Anlage mit den Touristenhütten liegt am Ende des Ortes, zu drei Seiten geht‘s steil runter ins Tal. Mal wieder eine wunderschöne Hütte und mal wieder Wasserprobleme. Die hatten wir fast überall. Wassertank grad leer, Gas fürs warme Wasser noch aus… Und dann kommt das Wasser auch nur für kurze Zeit warm.
Was immer funktioniert hat, waren die Guias. Immer pünktlich und haben uns zuverlässig von A nach B gebracht. Wir machen uns Gedanken um Funktionskleidung, gute Wanderschuhe und sowas – die gehen mal eben mit uns vier Stunden durch Berg und Tal zum Nachbarort und laufen dann wieder zurück. Fast alle waren Mitte bis Ende 20 und Bauern. Was soll man hier auch sonst machen? Der Ausdruck „für seinen Lebensunterhalt sorgen“ hat hier eine ganz andere Bedeutung. Mais, Kartoffeln, ein paar Hühner und Ziegen. Man hat sein Auskommen in der Gemeinschaft.
Vielleicht hat man auch Glück und bekommt in dem Rotationsprinzip der Pueblos Mancomunados die Verwaltung des Touristenbüros zugeteilt. Touren organisieren, Guides zuordnen, Hütten verwalten und abends die Kamine anfeuern. Aber durch diese Rotation und den jährlichen Wechsel sitzen eben manchmal auch die falschen Leute auf dem Posten. Stolz hinterm großen Schreibtisch, freundlich lächelnd und wichtig ins Funkgerät sprechen. Dass man eigentlich keinen Plan hat, merkt ja kaum einer. Aber das gibt es bei uns zu Hause ja auch.

Latuvi

Zwei deutsche Touristen im Lehmofen vergessen. Das schoss uns durch den Kopf, als die Schamanin die Tür vom Temazcal hinter uns schloss. Aber von Anfang an…
Strahlend blauer Himmel, endlich mal. Und die Wanderung von La Neveria nach Latuvi hat uns kaum noch angestrengt. Das Höhentraining macht sich bezahlt. Auf 2450m ist es auch nicht mehr so kalt. Hier liegt im Bett nur noch eine Wolldecke, angefangen hatten wir in Llano Grande mit vier.
Latuvi hat 450 Einwohner und einen fantastischen Blick in die Täler. Und einen Temazcal, was wir heute mal genossen haben. Hinterm Haus der traditionellen Medizinerin steht ein Lehmofen, den sie für uns aufgeheizt hat. Nach der Waschung mit einem Kräuterbündel wurden wir (mit einer Flasche Tee) in den vier Quadratmeter großen Ofen gesperrt. Eine Stunde saßen wir dort und gossen immer wieder Wasser über einen mit heißen Steinen gefüllten Lehmhügel und die aufgelegten Kräuter und tranken Tee. Viel angenehmer als Sauna. Und wir wurden auch nicht vergessen. Wir wurden warm eingepackt und von geübten Fingern massiert und untersucht. Eine tolle Erfahrung und ein unbedingtes Muss auf einer Wanderung durch die Pueblos. Mit 30 Euro für mexikanische Verhältnisse recht teuer, aber jeden Cent wert.
Entspannt und durchgewärmt geht es dann morgen auf die letzte Etappe.