Wir wundern uns immer wieder über die mexikanische Arbeitsweise. Alles sieht immer halb fertig aus – oder halb kaputt, man kann es oft nicht so genau sagen. Alles ist irgendwie immer im Bau. Aber es arbeiten doppelt so viele Leute an einem Arbeitsgang, das schafft Arbeitsplätze. Auch im Restaurant. Eine Kellnerin stellt die Flaschen Bier auf den Tisch. Ungeöffnet, der mit dem Öffner kommt dann später. Und der, der die Gläser sonst bringt, hatte grad frei. Zumindest bekamen wir keine.
Aufmerksamer sind die Verkäufer auf dem örtlichen Markt. Man kann sich kaum retten vor super Angeboten. Die Kathedrale ist total kitschig mit Madonnenfiguren in echten Kleidern und bekommt auf unserer Beliebtheitsskala nur einen Punkt. Das alte Restaurant am Wasser Puerto Viejo schneidet dagegen viel besser ab, insbesondere die Knoblauchgarnelen. Und die Kellner schaffen den Gang alleine, sind aufmerksam und das Essen mexikanisch günstig und gut.
Autor: Anne und Oliver
Mazatlan
Nach der ersten Siesta haben wir gestern schon angefangen, Mazatlan zu erkunden. Zunächst die Altstadt, denn da ist auch unser Hotel. Schnuckelig herausgeputzt macht Mazatlan schon was her. Vor der großen Kathedrale ist ein Platz nur mit Schuhputzständen. Mir unseren Sandalen ist da kein Geschäft zu machen. Bunte kleine Häuschen, viele Künstler und Kunsthandwerker – insgesamt ein ruhiges, beschauliches Städtchen mit schönen Plätzen und Unmengen von Denkmälern. An der Straßenecke von unserem Hotel steht zum Beispiel ein Hirsch. Wahlweise Lokale für Touristen mit schmucken Kellnern und teurem Essen, oder mexikanische Küche nach unserem Geschmack. Wo auch Einheimische essen schmeckt es garantiert.
Heute sind wir dann am Meer entlang gelaufen und haben ein Blick auf das Neue Mazatlan geworfen. Riesenhotels mit eigenem Strand, Mc Donalds und Diskotheken mit Karaoke. Da bleiben wir doch lieber im alten Teil und genießen die Ruhe. Baden wollen wir eh nicht. Hohe Wellen und Stachelrochen…
Gestern war es schwülwarm und 27 Grad, heute ist es etwas bedeckt und zum Rumlaufen total angenehm. Aber der Hut ist hier ein Muss.
La Paz – Mazatlan
Boot sind wir jetzt wirklich genug gefahren. Die Fähre von La Paz nach Mazatlan war 18 Stunden unterwegs. Und mit Mini- Kreuzfahrt wie Kiel-Oslo hatte es wenig gemeinsam.
Die Star La Paz von Bajaferries hat 40 Jahre auf dem Buckel, ehemals Stena Line und in Europa würde sie garantiert nicht mehr fahren dürfen, zumindest würde sie niemand buchen. Zum Glück hatten wir die Überfahrt frühzeitig gebucht und hatten wenigstens eine Kabine. Und damit auch ein eigenes Bad…
Das Abendessen und das Frühstück waren im Fahrpreis drin und das schlechteste Essen, das wir in Mexiko je hatten. In einem engen Speisesaal gab es Abfertigung wie im Knast. Und immer wieder die Durchsage, den Tisch nach dem Essen sofort freizugeben. Richtig gemütlich.
An Deck war es ganz schön. Mexikanische Familien zu beobachten macht einfach Freude. Und ganz umsonst gab es Wale satt.
Jetzt sind wir für die nächsten Tage in Mazatlan und machen Siesta im Hotel La Siesta. Die Internetverbindung macht auch oft Siesta, der Upload der Bilder kann also dauern.