Fünf Stunden mit einem kleinen Boot auf dem Meer schadenfrei überlebt. Das ist die wichtigste Meldung. Und wir haben tatsächlich Wale gesehen.
Aber langsam. Unser Kapitän hat uns um 8 Uhr mit dem Boot am Hotel abgeholt. So ging es auf dem Boot auf dem Anhänger Richtung Meer. Aber hier fährt jeder so durch die Stadt. Zu Wasser gelassen und los ging’s. Massenweise Fischerboote im Wasser, die uns stolz ihren Fang zeigten. Da weiß man, dass der Fisch abends auf dem Teller auch wirklich frisch ist. Vorbei an einem Inselchen mit Kormorankolonien und faulen Seehunden. Die sind so faul, dass sie kaum selbst fischen, sondern die Abfälle von den Fischerbooten fressen.
Und immer mal wieder sahen wir Fontänen aufsteigen. Aber die Wale tauchen eben auch immer wieder für zehn Minuten unter. Und Grauwale sahen wir heute gar nicht aus der Nähe, sondern nur Buckelwale weiter draußen. Aber wir wollten ja eh keine Grauwale streicheln und küssen, was wohl wirklich mit den zutraulichen Tieren gehen soll. Uns reicht es, diese faszinierenden Geschöpfe hier im offenen Meer zu sehen. Und schwimmen tun wir dann übermorgen mit den Seehunden. Und die Kommentarfunktion geht jetzt übrigens auch wieder.
Autor: Anne und Oliver
Puerto San Carlos
Wir haben uns diesen Ort ausgesucht, weil er von La Paz recht einfach zu erreichen ist und die Grauwale sich gerne hier in der Bucht aufhalten. Die Direktverbindung ist zwar direkt, aber momentan verlangsamt, weil auf der Strecke Straßenbauarbeiten stattfinden. Zumindest ist ein ganzes Stück nur Schotterpiste. Gearbeitet hat niemand.
Puerto San Carlos ist ein Fischerdorf und liegt recht auseinandergezogen an der Bahia Magdalena. Wir hatten unsere Unterkunft im Internet gebucht, aber das Navi kennt auch nicht alle Straßen. Aber wir hatten ja den Plan abfotografiert. Vom Busterminal liegt das Hotel ca. 1 km entfernt. Kann man laufen. Wir haben es auch versucht, aber nach der zweiten Kreuzung standen wir im Dunkeln, denn Straßenbeleuchtung gibt es nur an den Hauptstraßen. Also der Weg zurück zum Hauptplatz auf der Suche nach einem Taxi. Fehlanzeige. Zwei hilfsbereite Polizisten brachten uns dann zu unserer Unterkunft. Die Leute vom Hotel guckten schon sehr irritiert, als wir im Polizeiwagen gebracht wurden. Was ein Auftritt. Die Küche wurde für uns geöffnet und wir konnten hervorragend essen. Der Kapitän kam, um mit uns eine Tour abzusprechen. Dann die nächste Pleite: Irgendwie sind die Wale noch nicht hier. Wir haben sie zwischen Kalifornien und hier wohl abgehängt. Naja, mit einer 50:50 Chance könnten wir doch welche sehen. Und das werden wir heute versuchen. So ganz umsonst kann der Weg doch nicht gewesen sein.
La Paz
Das Busfahren ist hier in Mexiko bequemer als bei uns. Man kann sich den Sitzplatz aussuchen, die Lehne kippen und für die Beine gibt es auch eine klappbare Halterung. Nach gut drei Stunden Fahrt sind wir gestern in La Paz angekommen. Angeblich die mexikanischste Stadt auf Baja California. Hier gibt es endlich viele Kneipen, Cafés und Restaurants direkt am Meer – was wir in Kalifornien so vermisst haben. Und auch die Preise gefallen uns hier besser.
Gestern am Dreikönigstag sahen wir viele Familien den Tag gemeinsam verbringen und den traditionellen Dreikönigskuchen anschneiden, in dem irgendwelche Teile eingebacken werden. Die großen Augen der Kinder beim Abschneiden jeden Stückes waren schon toll. Ist da was drin? Für die Kinder ist das alles noch Vorgeplänkel, denn sie bekommen abends dann endlich die Geschenke. Die bringt nämlich nicht der Weihnachtsmann oder das Christkind, sondern die Heiligen Drei Könige. Ist ja auch logisch.
La Paz ist Knotenpunkt auf der Halbinsel und wir fahren heute auch erstmal wieder weg, da wir eine Waltour machen wollen. Und die sind auf der anderen Seite der Baja California. Also wieder drei Stunden mit dem Bus nach Puerto San Carlos. Freitag sind wir dann wieder hier und hoffen auf strahlenden Sonnenschein für die nächste Tour.