Tag 7: Auf Steinsuche

Was macht man in Galicien, wenn es morgens schon Bindfäden regnet? Man zeigt kulturelles Interesse. Wir haben uns nach dem Blick aus dem Fenster für eine Fahrt durchs Landesinnere entschieden, sind bei kleinen Castillos und Iglesias vorbeigekommen und schließlich auf die „Ruta dos Dolmens” abgebogen. Das ist eine nicht besonders kräftig vermarktete, aber gut beschilderte (Auto-)Route zu sieben Megalithbauten (ca. 4.000 bis 2000 v. Chr.). Jeweils vor Ort mussten wir abseits der Straßen die großen Steine suchen. Hat Spaß gemacht, auch wenn wir nachher stellenweise nass bis auf die Haut waren. Und was macht man in Galicien, wenn es auch nachmittags noch regnet? Siesta – ohne Fotobeweis.

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Tag 6: Wo liegt das Ende der Welt?

Immer noch bereiten uns die Essenszeiten Probleme. „So ab zehn Uhr”, antwortete unser Vermieter gestern auf die Frühstücksnachfrage. Also müssen wir zweimal klein frühstücken, direkt nach dem Aufstehen mit Nescafé (dank mitgebrachtem Wasserkocher) und Teilchen aus der überraschenderweise schon ab acht Uhr offenen Bäckerei, und eben um zehn Uhr, offiziell. Da es nur ein kleines Pan Tostada mit Mermelada gibt, passt das schon. Zwischendrin machten wir einen Morgenspaziergang zu einer der westlichsten Kirchen Spaniens: Die Santuario da Barca liegt auf einem Felsen an der Spitze der Halbinsel von Muxia, und schert damit über 300 Grad an Wasser um sich. Hier soll die Heilige Jungfrau Maria einst an Land geklettert sein, um dem Apostel Jakob beizustehen. Nach dem Frühstück sind wir nach Kap Fisterra (Gallego; im Spanischen Finisterre) gefahren. Die Landzunge galt einst als „Ende der Welt”. Heute glauben immer noch viele, es sei der westlichste Punkt des europäischen Festlands. Dabei liegt das Cabo Roca bei Lissabon zirka 16,5 km weiter westlich und selbst das Cabo Touriñán, etwa 20 km nördlich von Fisterra, ragt weiter in den Atlantik hinaus und hat Fisterra die spanische Poleposition abgenommen. Damit wären die Koordinaten geklärt, was nichts daran ändert, dass die Touristenattraktion Fisterra, auch endgültige Endstation der Jakobswegpilgerer nach dem Erreichen Santiago de Compostelas, und der Gang um den Leuchtturm einen Stopp wert ist. Gleiches gilt aber auch für Touriñán, nur dass dort fast niemand hinkommt. Wir haben beide Kaps getestet, fotografiert und für gut befunden. Genauso wie den Strand zwischendurch. Auch das Mittagessen in einem Restaurant im Hafen von Fisterra war lecker – halt nur ab 14.30 Uhr…

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Tag 4 und 5: Auf zur „Todesküste”

Wir haben die beiden Überführungsetappen aus den Bergen ans Meer nach Galicien (auf der Landkarte die Ecke oben über Portugal) gut hinter uns gebracht. Zwischendrin gab es einige Bergwertungen in Form von wunderschönen Serpentinenstraßen, die der Beifahrerin bekanntlich nicht so gut bekommen. Und dann empfing uns Galicien bei unserer ersten Station in Cedeira auch noch mit viel Regen und wolkenverhangenem Himmel. Fast hätte uns das die Laune verdorben, aber nach der Siesta zeigte sich die Sonne wieder und wir konnten an der Gehweg-Theke einer Tapas-Bar mit einem Bier auf den frischen Fisch anstoßen. Am nächsten Morgen haben wir uns dann Richtung Costa da Morte aufmacht, zur „Todesküste”. Die heißt so wegen den vielen Stürmen und der entsprechenden Zahl untergegangener Schiffe. In jüngerer Vergangenheute wurde der Landstrich gehäuft von Tankerunglücken geplagt. Gestrandet sind wir jetzt in einem kleinen Ort namens Muxia, unweit von Finisterra, wo die Menschheit früher glaubte, die Welt sei zu Ende. Hier wollen wir einige Tage bleiben. Dafür spricht neben Meer und Hafen-Cafés auch die Einrichtung unserer Pension: Mit W-Lan (für kabellosen und schnellen Internetzugang) und die Massagedusche (bitte Kopf zur Seite neigen oder Bildschirm um 90 Grad drehen).

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