Nolympia

Für ausländische Zuschauer wird es keine Olympischen Spiele vor Ort geben. Das heißt, dass wir jetzt all unsere schönen Tickets zurückgeben und erstattet bekommen. Zumindest den reinen Ticketpreis, denn die Handlingcharge wird einbehalten. Also haben wir etwa 300 Euro in Vorfreude investiert. Ärgerlich. Den gebuchten Flug müssen wir bis Ende des Jahres umbuchen und uns ein coronafreundliches Ziel aussuchen. Gar nicht so einfach, da wir bis 31. Mai buchen müssen. Hellseher sind wir leider auch nicht. Aber eine Reise mit Natur, Camping und Wandern wird es werden, denn an viele Menschen müssen wir uns erstmal wieder gewöhnen – irgendwann.

Und Olympia wird es ja in 2024 auch wieder geben, dann versuchen wir es nochmal 

Eine Reise ins Land der Träume

Eine Schlaflaborerfahrung. Nach zwei Polygraphien (jeweils eine verkabelte Nacht im heimischen Bett mit Aufzeichnung von Atmung, Puls und Sauerstoffsättigung) ging es zur weiteren Abklärung ins Schlaflabor. Dank Corona habe ich diesen Termin jetzt auch sehr schnell bekommen, da viele Leute momentan nicht zum Arzt und ins Krankenhaus gehen. Aber ich habe meine erste Coronaschutzimpfung vor 10 Tagen bekommen, bin somit schon etwas geschützter, zudem habe ich hier auch nur begrenzt Kontakt zu anderen Menschen. Eigentlich nur zu der Schwester, die mich abends für die Nacht verkabelt.

Und das sind eine Menge Kabel. Auf dem Kopf, im Gesicht, am Hals, auf der Brust und an den Beinen. Der reinste Kabelsalat. Eigentlich liebe ich ja Kabel, aber wie soll ich damit schlafen? Wie dreht man sich damit gefahrlos um? Reiße ich die im Schlaf nicht ab?

Fertig verkabelt für die Nacht

Die Kabel haben zwar gestört, aber viel nerviger waren die ungewohnten Geräusche. Gelaufe und Gebabbel auf dem Gang. Die Frau im Nachbarzimmer, die statt die Klingel zu drücken, die Schwester über das angeklebte Mikro gerufen hat. “Hallo, hallo, hallo…”.

Und wenn man dann nachts aufs Klo muss, braucht man dafür auch die Schwester. Programm unterbrechen, Hauptkabel lösen, mir den ganzen Salat um den Hals hängen… Danach alles wieder anstöpseln. Naja, erholsamer Schlaf ist anders. Die Elektroden auf dem Kopf haben nur bis 1 Uhr überlebt, mussten dann neu verklebt werden. Etwas mehr Paste, dann hält’s. So war’s dann auch.

Teil 1 der Diagnostik ist somit abgeschlossen. Trotz konsequenter Seitenlage noch viele Atemaussetzer. Daher kommt in der nächsten Nacht Teil 2 mit Maske.

Teil 2 beginnt mit dem Anpassen der Maske. Das erste Modell ist das zierlichste, aber so Gummistopfen in der Nase empfinde ich als zu unangenehm. Dann schon lieber das Modell, wo die ganze Nase umschlossen ist. Gibt mehr Möglichkeiten für Druckstellen, fühlt sich für mich aber erstmal angenehmer an. Der erste Start des Geräts und ich fühle mich wie aufgepustet. Der Druck ist viel zu hoch. Mit meinem Druck, der in der Vornacht ermittelt wurde, ist es gleich angenehmer. Jetzt wieder alle Kabel dran, Schlaftablette eingeworfen und los geht’s.

Irgendwie ging das Schlafen Dank der Tablette dann doch ganz gut. Ich fühle mich am Morgen nicht wirklich erholt, eher noch belämmert von der Pille, aber die Geräte sind nach Schnellauswertung ganz zufrieden. Mein Gerät zur Messung der Sauerstoffsättigung ist zum ersten Mal seit ich es nutze nur im grünen Bereich. Das ist doch mal was. Da heute Samstag ist, gibt’s hier keine Besprechung des Befundes, sondern erst am Montag. Also warte ich nur noch aufs Frühstück und dann geht’s nach Hause.

Rüsselschläfer nach der Verkabelung

Teil 3: Resultat der ganzen Messungen. Atemaussetzer 41,3 pro Stunde in Rückenlage ohne Maske, mit Maske 1,2. Also eine eindeutige Verbesserung. Nächste Woche bekomme ich meine Maske für zu Hause und wartet’s ab, eine Woche später bin ich topfit. Also Achtung!

Impfzentrum Frankfurt

So ist es also, wenn man zur priorisierten Gruppe gehört. Man sitzt am ersten Tag der Impfterminvergabe direkt ab 7.55 Uhr am Handy, der Zeigefinger schmerzt nach dem andauernden Aktualisieren der Seite, aber nach exakt einer Stunde und elf Minuten kommt die E-Mail mit dem bestätigten Termin. Die Fahrt nach Frankfurt nimmt man gerne in Kauf – über Sinn und Unsinn der ganzen Durchführung der Impferei darf man sich gar keine Gedanken machen.

Dabei fing es im Dezember ganz gut an. Das Team Pflege des Main-Kinzig-Kreises wirkte gut organisiert. Zur weiteren Planung sollten wir als Mitarbeiter eines ambulanten Pflegedienstes die Impfbereitschaft der Mitarbeiter und Patienten erheben. Etwa 100 Personen füllten brav ihre Zettelchen aus, die wir in eine Tabelle übertragen haben und binnen einer Woche zurückschicken mussten. Kurz darauf begannen die Impfungen in den stationären Altenhilfeeinrichtungen im Kreis. Die von uns betreuten Menschen wurden ungeduldig, fragten täglich bei uns nach einem Impftermin. „Die wollten doch kommen“, hörten wir dauernd. Tja, dachten wir auch…

Jetzt muss sich jeder selbst um einen Termin kümmern, jeder selbst nach Frankfurt fahren. Man kann wegen Corona weder Fahrgemeinschaften bilden, noch gemeinsame Termine machen. Ehepaare, die zur Ü80-Gruppe gehören, lassen sich jetzt von ihren Kindern an verschiedenen Terminen nach Frankfurt fahren, andere sind völlig frustriert, weil sie diese Möglichkeit nicht haben. Sie warten jetzt auf einen Hausbesuch – irgendwann.

So stehe ich jetzt hier am Impfzentrum Frankfurt. Genervt über die Vorgehensweise, aber glücklich, jetzt dran zu sein. Auch für die von mir versorgten Patienten, denn mein Schutz ist auch ihrer. Zumindest kann ich dann nicht mehr wegen angeordneter Quarantäne ausfallen.