Sevilla Tag 3

Jetzt ist der Urlaub fast rum. Die Füße haben ihre Arbeit getan, 265 km in zwei Wochen, wobei wir an dem einen verregneten Tag nur auf 600 Meter gekommen sind. 

Sevilla ist wieder mal eine tolles Städteerlebnis gewesen, die spanische Küche ist immer wieder sehr lecker. An die Essenszeiten konnten wir uns in den drei Tagen nicht gewöhnen. Wenn wir mittags Hunger haben, sitzen die alle noch beim Frühstück… Und so eine volle Stadt und so viele Menschen sind wir nicht mehr gewöhnt. Wann waren wir zuletzt in einem Einkaufszentrum? Irgendwie sind einem so viele Leute doch unangenehm. Aber hier sind die Inzidenzzahlen im Vergleich zu Deutschland extrem niedrig und trotzdem sind die Leute sehr viel vorsichtiger als bei uns. Wo man zu Hause belächelt wird, wenn man mit Maske rumläuft, sieht man hier viel mehr Menschen mit Masken. Auch draußen und besonders in der belebten Fußgängerzone. Hier stehen die Desinfektionsmittelständer in Eingangsbereichen nicht nur wegen des Hygienekonzepts, hier nutzt sie jeder.  Trotzdem haben wir den Aufenthalt in Innenräumen vermieden und auch zum Essen immer draußen gesessen, bei den Temperaturen zum Glück kein Problem. Und ab morgen geht es dann ja nicht mehr, dass man im T-Shirt draußen sitzt. Also genießen wir den letzten Nachmittag und Abend noch. Hasta luego.

Odeceixe

Heute war eine richtig anstrengende Etappe. 21 km mit ganz steilen Anstiegen und kniffligen Abstiegen. An manchen Stellen eher klettern als laufen, zum Teil nah an den Klippen… Ein sehr herausfordernder Teil des Fischerwegs. Bei Azenha do Mar geht es so steil hoch, da kriegt man es echt mit der Angst zu tun. Zumindest Leute, die nicht schwindelfrei sind und Höhenangst haben. Vor fünf Jahren sind wir die Etappe auch gelaufen, aber dieses Stück muss ich verdrängt haben. Und vor drei Jahren sind wir von Süd nach Nord gelaufen, hatten an dieser Stelle einen Abstieg. Ich habe keine Erinnerung daran, aber man verdrängt ja gerne traumatische Erlebnisse. Keine Ahnung, wie ich den Abstieg damals geschafft habe.

Aber landschaftlich ist die Etappe klasse. Immer wieder tolle Ausblicke die Küste hoch und runter. Die letzten 4 km vor Odeceixe geht es an der Straße entlang, daran hatte ich mich noch sehr gut erinnert. Jetzt ruhen wir uns erstmal aus und bleiben zwei Nächte hier im Ort.